Morlais-Skulptur enthüllt

Enthüllung der Skulptur

Mit einem interessanten Werk von Jean-Pierre Morlais ist der erste Schritt zu einem Skulpturenweg im alten Friedhof in Niefern angestoßen worden. Anfang des Monats ist die stattliche Skulptur trotz Dunkelheit und Kälte feierlich enthüllt worden. Mit John Lennons Lied „Imagine” hat Gitarrist Andy Burgert die Veranstaltung musikalisch eröffnet.

„Es ist nicht der klassische Zeitpunkt, eine Skulptur zu enthüllen“, stellte Bürgermeistern Birgit Förster zur ungewöhnlichen Feierstunde ohne Tageslicht fest. Stattdessen sorgten Straßenbeleuchtung und vor allem zwei Strahler dafür, dass das zunächst verhüllende weiße Tuch weithin zu sehen war. Und so fanden sich am Abend Gemeinderäte, Vertreter aus dem Rathaus und vom Bauhof sowie einige Kunstfreunde am alten Friedhof ein. „Ich bin dankbar, dass der Bauhof nicht die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat“, hob Bürgermeisterin Birgit Förster die Arbeit der Bauhofmitarbeiter hervor, die das über eine Tonne schwere Werk von Bauschlott abgeholt und in Niefern aufgestellt haben. „Es war ein Kraftakt, das gute Stück zu platzieren“.

Die Bürgermeisterin sah das Kunstwerk als Auftakt zu weiteren Werken, die nach und nach, im zum Park umgewandelten alten Friedhof ihren Platz finden sollen. „Es ist ein sehr schöner Platz“, freute sich Jean-Pierre Morlais über die Platzierung seines Kunstwerkes. Es trägt den Titel „Geburt des Seins“ und stellt laut Künstler den Kampf zwischen Geist und Materie dar. Nachdem das weiße Tuch gefallen war, wurden auf den Seiten des hellen, grob behauenen Blockes aus italienischem Kalksandstein fein gearbeitete Gesichter, Hände und eine menschliche Silhouette sichtbar. Eine Seite zeigt eine Spirale in der sich „Zeit und Materie getroffen haben“, wie Morlais erklärte. „Der Mensch verlässt die Materie nicht“, führte er weiter aus. „Er bleibt drin. Erst bei den Toten wird es wieder Geist.“ Jean-Pierre Morlais hat erst kürzlich eine Bildausstellung im Nieferner Rathaus bestückt. Der Künstler hat seine Ausbildung zum Holzbildhauer und sein Kunststudium in Frankreich absolviert. Von 1977 bis zum Ende des vergangenen Jahres wirkte er im Raum Pforzheim als freischaffender Bildhauer und Maler. Inzwischen hat er sich in Berlin niedergelassen. Nach der Enthüllung wurde das Werk aufmerksam von allen Seiten betrachtet und auch befühlt. Bürgermeisterin Förster verriet außerdem, dass ein weiteres Werk von Morlais vor dem Rathaus aufgestellt werden soll, was allerdings witterungsbedingt erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.
(Keller)

 

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