Die Bürgermeisterin informiert

Bürgermeisterin Birgit Förster

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute wende ich mich wieder mit der Bitte an Sie, mich bei der Eindämmung des Virus zu unterstützen.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags führt Pforzheim mit einer 7-Tage-Inzidenz von 249,3 die Liste der Stadt-und Landkreise in Baden-Württemberg an. Der Enzkreis liegt mit 173,4 auf Platz 4!

Das RKI hat in der letzten Woche wieder seine Teststrategie geändert, weil die Labore am Limit sind. Das Landratsamt gibt hierzu folgende Information:

Die stark angestiegenen Corona-Zahlen und der Beginn der Infekt-Saison mit zahlreichen „herkömmlichen“ Erkältungen führen zu Engpässen bei den Testlaboren. Daher hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in der vergangenen Woche die Strategie geändert: Demnach soll nunmehr nur getestet werden bei schweren Verläufen, wenn man zu einer Risikogruppen gehört oder wenn Betroffene im Gesundheitswesen arbeiten. „Wer lediglich die für die Jahreszeit typischen Erkältungssymptome hat, soll zuhause bleiben, wird aber zunächst nicht getestet“, erklärt dazu Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts.

„Würde das deutsche Gesundheitswesen weiterhin jeden Menschen, auch mit leichten oder sogar gar keinen Symptomen testen, wären gerade jetzt, zu Beginn der typischen Erkältungszeit, laut RKI mehr als drei Millionen Tests pro Woche nötig. Die Kapazität liegt jedoch bei 1,4 Millionen Tests pro Woche“, heißt es in einem Infoblatt für Patienten, das in hausärztlichen Praxen in der Region ausliegt. Diesen Engpass bei den Laboren spüre man auch in Pforzheim und im Enzkreis, wie die Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, sagt: „Derzeit kann es bis zu fünf Tage dauern, ehe die Ergebnisse vorliegen.“
Da zu diesem Zeitpunkt bei vielen die Symptome bereits im Abklingen seien, mache es daher durchaus Sinn, nicht bei jedem Erkältungspatienten einen Abstrich vorzunehmen, meint Brigitte Joggerst: „Wir haben in den vergangenen Monaten gelernt, dass wir die Kapazitäten vor allem für Tests in Pflegeheimen brauchen.“ Hingegen habe die Erfahrung gezeigt, dass bei Kindern und Jugendlichen die Verläufe fast immer mild seien.
„Kurieren Sie Ihre leichte Erkrankung daheim aus. Meiden Sie Kontakte; begeben Sie sich idealerweise in häusliche Isolierung für fünf Tage und mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit“, heißt es im bereits erwähnten Patientenblatt. Vereinfacht werde dieses Vorgehen dadurch, so Buhlinger-Göpfarth, dass inzwischen auch wieder telefonisch krankgeschrieben werden könne.
„Bislang haben wir Kontaktpersonen der Kategorie 1 einen Test angeboten – das wird nicht mehr möglich sein“, sagt Brigitte Joggerst. Sie selbst sieht das als wenig problematisch, denn „diese Menschen müssen auf jeden Fall für 14 Tage in Quarantäne, ganz egal wie ein Test ausfällt.“ Viel Verständnis hat die Ärztin dennoch für besorgte Kontaktpersonen: „Natürlich will man wissen – habe ich’s oder habe ich’s nicht?“ Diesen Patienten rät sie, sich selbst gut zu beobachten, beispielsweise regelmäßig Fieber zu messen. „Und natürlich rufen Sie bei Ihrer hausärztlichen Praxis oder beim Bereitschaftsdienst an, wenn es Ihnen schlecht geht“, beruhigt die Gesundheitsamt-Chefin.
Weitere Informationen finden sich auf www.hausarzt.digital/covid19 sowie auf den Seiten des Enzkreises unter www.enzkreis.de/corona. Fragen können auch an die Hotline des Gesundheitsamtes unter 07231 308-6850 oder per E-Mail an corona@enzkreis.de gerichtet werden.

Wieder einmal stehen wir dem Virus scheinbar machtlos gegenüber...

Wie Sie vielleicht der Presse entnehmen konnten, habe ich mich dem Appell einiger Kolleginnen und Kollegen angeschlossen, die darum gebeten haben, Gastronomie und Kultureinrichtungen nicht zu schließen. Ich möchte auch heute an meiner Position festhalten und erweitere diese um die wertvolle Arbeit unserer Vereine vor Ort. Sie alle haben sich in den vergangenen Monaten viele Gedanken um den Schutz ihrer Mitmenschen gemacht, Investitionen getätigt und organisatorische Vorkehrungen getroffen.

Ich bin nicht davon begeistert, die sozialen Kontakte ausschließlich in den privaten Raum zu verlagern. In meiner Funktion als Chefin der Verwaltung werde ich die Vorgaben der Landesregierung selbstverständlich konsequent umsetzen. Sie sind dem Versuch geschuldet, diesen Virus zu stoppen und ich hoffe, Sie tragen tatsächlich dazu bei, unser aller Ziel zu erreichen.

Dennoch bin ich davon überzeugt, wir können den Virus langfristig nur stoppen, wenn jeder sein persönliches Verhalten hinterfragt, die Hygiene- und Abstandsregeln einhält, in engen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz trägt, regelmäßig lüftet und bei ersten erkennbaren Erkältungssymptomen den Kontakt zu seinen Mitmenschen meidet.
Mit diesen einfachen Maßnahmen können wir übrigens auch die sonst im Herbst auftretenden Viren eindämmen... es lohnt sich also auf jeden Fall!

All diese Maßnahmen wirken natürlich nur, wenn wir uns gemeinsam daran halten.
Einer alleine vermag den Virus sicher nicht zu stoppen, aber viele, die ein bisschen mehr aufpassen als bisher schon, können eine Welle brechen und Veränderung bewirken.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages haben wir in Niefern-Öschelbronn 21 infizierte Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie 39 Kontakte der Kategorie 1 (mit direktem Kontakt zu einer infizierten Person). Hierbei ist keine Personengruppe oder Nationalität besonders auffällig ... es könnte also jeden von uns treffen.

Schützen wir uns gegenseitig!

Ich wünsche allen Infizierten einen milden Krankheitsverlauf und baldige Genesung.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich von Herzen Gesundheit. Passen Sie auf sich auf!

Ihre
Birgit Förster
Bürgermeisterin

 

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